Nîmes zählt zu den faszinierendsten Städten Südfrankreichs und wird oft als das „französische Rom“ bezeichnet. Die historische Stadt liegt zwischen Arles und Montpellier in der Region Okzitanien und begeistert mit außergewöhnlich gut erhaltenen Bauwerken aus der Römerzeit.

Neben antiken Monumenten bietet Nîmes charmante Altstadtgassen, elegante Plätze, gemütliche Cafés und ein typisch südfranzösisches Lebensgefühl. Gerade diese Mischung aus Geschichte, Kultur und mediterraner Atmosphäre macht die Stadt zu einem idealen Reiseziel für Provence- und Südfrankreich-Liebhaber.

Nîmes – Eine Stadt mit römischem Erbe

Bereits in der Antike war Nîmes eine bedeutende römische Kolonie. Die Römer hinterließen hier zahlreiche monumentale Bauwerke, die noch heute das Stadtbild prägen und zu den besterhaltenen antiken Sehenswürdigkeiten Europas zählen.

Wer durch Nîmes spaziert, begegnet an vielen Ecken den Spuren der römischen Vergangenheit – von Tempeln und Stadttoren bis hin zu gewaltigen Arenen und Wasseranlagen.

Die Arena von Nîmes – Eines der besterhaltenen Amphitheater der Welt

Das beeindruckendste Bauwerk der Stadt ist die Arènes de Nîmes. Das römische Amphitheater wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut und gehört zu den am besten erhaltenen Arenen der Welt.

Mit einer Länge von 133 Metern und einer Breite von 101 Metern bot die Arena einst Platz für rund 20.000 Zuschauer. Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und öffentliche Veranstaltungen fanden hier statt.

Noch heute wird das Amphitheater genutzt – unter anderem für Konzerte, Festivals und kulturelle Veranstaltungen. Beim Rundgang durch die Arkaden, Tribünen und unterirdischen Gänge bekommt man einen beeindruckenden Eindruck vom Leben im antiken Rom.

Maison Carrée – Der wohl schönste römische Tempel Frankreichs

Mitten im Zentrum von Nîmes steht die außergewöhnlich gut erhaltene Maison Carrée. Der elegante römische Tempel stammt aus der Zeit des Kaisers Augustus und zählt zu den bedeutendsten antiken Bauwerken Europas.

Die harmonischen Säulen, die präzise Architektur und der hervorragende Erhaltungszustand machen die Maison Carrée zu einem absoluten Highlight jeder Stadtbesichtigung.

Direkt gegenüber befindet sich das moderne Carré d’Art, entworfen vom berühmten Architekten Norman Foster. Das Gebäude beherbergt ein Museum für moderne Kunst und eine Bibliothek und bildet einen spannenden Kontrast zur antiken Architektur des Tempels.

Jardins de la Fontaine – Einer der schönsten Parks Südfrankreichs

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Nîmes ist der weitläufige Jardins de la Fontaine. Der elegante Park wurde im 18. Jahrhundert rund um antike Quellen und römische Ruinen angelegt.

Zwischen Brunnen, Treppenanlagen, Statuen und schattigen Wegen verbindet sich hier Natur mit Geschichte auf besonders schöne Weise.

Der Diana-Tempel – Geheimnisvolle Ruinen im Park

Im unteren Bereich der Jardins de la Fontaine befinden sich die Überreste des Temple de Diane. Trotz seines Namens geht man heute davon aus, dass es sich vermutlich nicht um einen Tempel der Göttin Diana handelte, sondern eher um ein Heiligtum oder eine Bibliothek aus der Zeit Kaiser Augustus’.

Die antiken Gewölbe und Mauern verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre und machen ihn zu einem beliebten Fotomotiv.

Tour Magne – Der beste Aussichtspunkt über Nîmes

Oberhalb der Parkanlage erhebt sich der imposante Tour Magne. Der Turm stammt ursprünglich aus vorrömischer Zeit und wurde später von den Römern in die Stadtbefestigung integriert.

Nach dem Aufstieg bietet sich ein fantastischer Panoramablick über die Dächer von Nîmes bis hin zur umliegenden Landschaft Südfrankreichs.

Porte d’Auguste – Das antike Stadttor

Ein weiteres bedeutendes Relikt der Römerzeit ist die Porte d’Auguste. Das monumentale Stadttor gehörte einst zur römischen Stadtmauer und markierte einen wichtigen Zugang zur antiken Stadt.

Noch heute sind mehrere Bögen und Teile der ursprünglichen Struktur erhalten.

Castellum Divisorium – Das römische Wassersystem

Eine eher unbekannte, aber äußerst interessante Sehenswürdigkeit ist das Castellum Divisorium. Dabei handelt es sich um einen antiken Wasserverteiler, der das Wasser aus dem berühmten Pont du Gard in die verschiedenen Bereiche der Stadt leitete.

Weltweit existieren nur sehr wenige vergleichbare Anlagen – ein ähnliches Castellum findet sich lediglich in Pompeji.

Altstadt, Shopping und südfranzösisches Flair

Neben den antiken Sehenswürdigkeiten begeistert Nîmes auch mit einer lebendigen Altstadt. Kleine Boutiquen, gemütliche Plätze, Cafés und Märkte laden zum Bummeln ein.

Die Mischung aus römischer Geschichte und modernem südfranzösischem Alltag verleiht der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre.

Kirchen und mediterrane Plätze

Auch abseits der Römerzeit besitzt Nîmes zahlreiche sehenswerte Kirchen, historische Fassaden und elegante Plätze. Besonders angenehm ist es, einfach ohne festes Ziel durch die Altstadt zu schlendern und das entspannte Flair der Stadt zu genießen.

Fazit – Warum sich ein Besuch in Nîmes lohnt

Nîmes gehört zu den beeindruckendsten historischen Städten Südfrankreichs. Die hervorragend erhaltenen römischen Bauwerke, die mediterrane Altstadt und die wunderschönen Parkanlagen machen die Stadt zu einem echten Highlight jeder Provence- oder Okzitanien-Reise.

Ob Arena, Maison Carrée, Jardins de la Fontaine oder Tour Magne – in Nîmes begegnet man der Antike auf Schritt und Tritt. Gleichzeitig bietet die Stadt genau die entspannte südfranzösische Atmosphäre, die einen Aufenthalt so besonders macht.

Sehenswürdigkeiten:

  • Les Arènes (Römisches Amphitheater)
  • La Maison Carrée (Römischer Tempel in der Altstadt)
  • La Tour Magne (Antiker Turm im Jardins de la Fontaine)
  • Jardins de la Fontaine (sehr schöner Park)
  • L’enceinte romaine (Römisches Stadttor)
  • Le Castellum (Endpunkt des Aquädukts)
  • Le Temple de Diane (römischer Diane-Tempel)
  • Musée Archéologique
  • La place aux Herbes
  • La place de l’Horloge
  • Place du Chapitre

Infos:

  • Office de Tourisme: 6 rue Auguste
  • Öffnungszeiten: 8:30h bis 19h
  • Lage: Nord-westlich von Arles
  • Parking: Parking des Arènes, Boulevard de Bruxelles
  • Markt: 5 Rue des Halles, 7h bis 13h, täglich
  • Webseite: Ville de Nimes
  • Jardins de la Fontaine
    Öffnungszeiten:  01. bis  30. September von 7:30 bis 20:00 Uhr | 01. Oktober bis 01. März von  7.30 bis 18:30 Uhr | 02. bis  31 März von 7:30 bis 20:00 Uhr | 01. April bis 31. August von 7:30 bis 22:00 Uhr
  • Tour Magne
    Öffnungszeiten: Mai/September: 9h bis 18h15 (September geschlossen zwischen 13h bis 14h) | Juni : 9h bis 18h45 | Juli/August : 9h bis 19h45
    Eintritt: 3,40 €
    Reduzierter Eintritt: 2,90 € (7 bis 17 Jahre, Studenten)
  • Les Arènes (Amphitheater)
    Das Amphitheater von Nimes wird derzeit noch restauriert (bis Ende 2014).
    Eintritt: 9,50 €
    Reduzierter Eintritt: 7,50 € (7 bis 17 Jahre, Studenten)
    Kinder: bis 6 Jahren kostenlos
    Öffnungszeiten: April/Mai: 9h bis 18h | September: 9h bis 18h30 | Juni: 9h bis 18h30 | Juli/August: 9h bis 19h30
  • Maison Carrée (Römischer Tempel)
    Öffnungszeiten: Mai/September: 9h30 bis 18h30 | Juni: 9h30 bis 19h | Juli/August: 9h30 bis 20h
    Eintritt: 5,80 €
    Reduzierter Eintritt: 4,80 € (7 bis 17 Jahre, Studenten)
  • Webseite: arenes-nimes.com

Restaurants:

Preisniveau: € bis €€ (Günstig) | €€€ (Mittel) | €€€€ (Gehoben)

  • Le Chapon Fin, 3 Rue Château Fadaise (€€€, sehr lecker)
  • Le Vintage, 7 Rue de Bernis (€€, günstig und gut)
  • Restaurant Le Carré d’Art, 2 Rue Gaston Boissier (€€€, tolles Ambiente) =>Tipp<=
  • Restaurant La Maison, 3 Rue de la République (€€€, gute Küche)
  • L’Esclafidou, 7 Rue Xavier Sigalon (€€€, fantastisches Essen)
  • Restaurant Le Nocturne, 29 Rue Benoît Malon (€€€, romantisch, da sehr dunkel) =>Tipp<=

Stand: September 2014

Bildergalerie:

Römisches Amphitheater (Arena) in Nimes
Maison Carrée ist ein römischer Tempel in Nimes