Versteckt zwischen Olivenhainen und den Kalksteinfelsen der Les Alpilles liegen die beeindruckenden Ruinen von Glanum. Die ehemalige römische Stadt südlich von Saint-Rémy-de-Provence zählt zu den faszinierendsten antiken Ausgrabungsstätten der Provence.
Zwischen alten Säulen, Tempeln und Triumphbögen wird hier die Geschichte der Römer lebendig. Gleichzeitig ist Glanum eng mit dem berühmten Maler Vincent van Gogh verbunden, der in unmittelbarer Nähe lebte und einige seiner bekanntesten Werke in dieser Landschaft schuf.

Die Geschichte von Glanum
Die Ursprünge von Glanum reichen weit vor die Römerzeit zurück. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. siedelten hier die Kelten, die an einer heiligen Quelle ein religiöses Zentrum errichteten.
Später entwickelten die Römer die Stadt zu einer bedeutenden Siedlung entlang wichtiger Handelswege in der Provence. Glanum verband römische Architektur mit lokalen gallischen Einflüssen und wurde zu einem wohlhabenden Ort mit Tempeln, Thermen und repräsentativen Gebäuden.
Besonders beeindruckend war die städtebauliche Gestaltung der Römer:
- gepflasterte Straßen
- Wasserleitungen
- öffentliche Plätze
- monumentale Bauwerke
Noch heute erkennt man die typische Struktur einer römischen Stadt.
Die Zerstörung während der Völkerwanderung
Um etwa 260 n. Chr. wurde Glanum während der Völkerwanderung von den Alemanneneinfälle zerstört. Die Bewohner verließen die Stadt anschließend weitgehend.
Über Jahrhunderte gerieten die Ruinen unter Erde und Geröll in Vergessenheit. Erst archäologische Ausgrabungen im 20. Jahrhundert legten große Teile der antiken Stadt wieder frei.

Heute gehört Glanum zu den wichtigsten archäologischen Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.
Sehenswürdigkeiten in Glanum
Die Ausgrabungsstätte ist zwar kleiner als Vaison-la-Romaine, beeindruckt jedoch durch ihre außergewöhnliche Atmosphäre und ihre wunderschöne Lage am Fuß der Alpilles.
Der Podiumstempel
Besonders sehenswert ist der alte römische Podiumstempel, der eindrucksvoll zeigt, wie monumental die Stadt einst war.
Die Hauptstraße
Die antike Hauptstraße mit ihren teilweise erhaltenen Säulen und Mauern vermittelt noch heute einen Eindruck vom Alltag der Römer in der Provence.
Der Triumphbogen
Westlich der heutigen D5 befindet sich ein hervorragend erhaltener Triumphbogen aus der Römerzeit. Er markierte einst den Eingang zur Stadt und zählt zu den schönsten römischen Monumenten Frankreichs.
Das Mausoleum der Julier
Direkt neben dem Triumphbogen steht das berühmte Mausoleum von Glanum – ein monumentaler Grabturm aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., der außergewöhnlich gut erhalten ist.

Van Gogh und das Sanatorium von Saint-Rémy
Nur wenige Schritte von Glanum entfernt liegt das Monastère Saint-Paul de Mausole. Das ehemalige Kloster diente Ende des 19. Jahrhunderts als Sanatorium, in dem Vincent van Gogh zwischen 1889 und 1890 behandelt wurde.
Nach seinem psychischen Zusammenbruch in Arles begab sich Van Gogh freiwillig in die Einrichtung. Trotz seiner schwierigen gesundheitlichen Situation entstand hier eine seiner kreativsten Schaffensphasen.
Die Landschaft rund um Glanum und die Alpilles inspirierte ihn zu zahlreichen weltberühmten Gemälden:
- Olivenhaine
- Zypressen
- Weizenfelder
- die felsigen Hügel der Provence
Auch das berühmte Werk „Die Sternennacht“ entstand während seines Aufenthalts in Saint-Rémy.
Viele Motive seiner Bilder lassen sich in der Umgebung von Glanum bis heute wiedererkennen. Besonders das intensive Licht und die wilden Landschaften der Alpilles faszinierten den Künstler.
Die Landschaft der Alpilles
Die Lage von Glanum macht den Ort besonders einzigartig. Die antiken Ruinen liegen eingebettet zwischen:
- mediterranen Olivenhainen
- Zypressenalleen
- Kalksteinfelsen
- duftenden Kräutern der Provence
Gerade diese Verbindung aus Natur und Geschichte verleiht der Ausgrabungsstätte eine außergewöhnliche Atmosphäre.
Ideales Ausflugsziel in der Provence
Glanum lässt sich hervorragend mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Region kombinieren.
Les Baux-de-Provence
Das spektakuläre mittelalterliche Felsendorf liegt nur wenige Kilometer südlich von Glanum und zählt zu den schönsten Orten der Provence.
Carrières des Lumières
Eine beeindruckende multimediale Kunstausstellung in ehemaligen Steinbrüchen.
Saint-Rémy-de-Provence
Charmante provenzalische Kleinstadt mit Cafés, Märkten und zahlreichen Van-Gogh-Spuren.
Tipps für den Besuch
- Früh morgens besuchen, um Hitze und Besuchergruppen zu vermeiden
- Sonnenschutz mitbringen, da große Teile der Anlage frei liegen
- Kombination mit Saint-Rémy und Les Baux einplanen
- Besonders schön im Frühling und Herbst
Der Zugang zur Ausgrabungsstätte ist kostenpflichtig, lohnt sich aber für Geschichts- und Provence-Fans absolut.
Weitere Infos:
Kinder: unter 18 Jahren sind kostenlos.
Öffnungszeiten: von 02.11. bis zum 28.02.: 10h – 17h | 01.03. bis 30.04.: 9h – 18h | 02.05. bis 30.09.: 9h – 19h | 01.10. bis 31.10.: 9h – 18h
Lage: an der D5 kurz vor Saint-Remy-de-Provence im Massif des Alpilles
Webseite: Archäologische Stätte Glanum
Stand: August 2014
Bilder:















